Gedanken und Inspirationen durch das Jahr

An dieser Stelle werden in regelmäßigen Abständen Gedanken, Gedichte und Inspirationen von der Leiterin Frau Petra Focke zum Ausdruck gebracht.

Die Weite des Lebens 20180801 153435Am vergangenen Wochenende habe ich eine schöne gemeinsame Zeit mit meinem Patenkind auf Langeoog genießen können. Die Weite des Himmels, des Meeres, ja die Weite des Lebens war spürbar. Eine wunderbare Erfahrung und ich freue mich schon auf meine Urlaubszeit im August, die ich auch auf dieser Insel verbringen werde.

Im Alltag spüre ich nicht immer die Weite des Lebens, da ist es in mir manchmal eng und ich sehne mich nach Weite, auch nach einer Weite von Beziehungen, frei von Erwartungen, die oft eine Enge in mir hervorrufen. Jede und jeder hat sicherlich eine eigene Antwort parat, wenn die Frage gestellt wird, was eine erfüllte Beziehung, was eine echte Freundschaft ausmacht. Wie wichtig bin ich für andere? Macht sich jemand die Mühe, mich „zu suchen“, mich aufzusuchen oder zu besuchen? Das sind Fragen, die mir bei diesen Gedanken kommen.

Ich kenne ebenso die Spannung zwischen ‚in Beziehung sein‘ und ‚frei oder selbstständig sein‘. Auf der einen Seite genieße ich es, mein Leben zu leben, frei, unabhängig, selbstbestimmt zu sein und andererseits gehören zum Sinn meines Lebens auch gute, erfüllte Beziehungen.

Die Sehnsucht nach liebevollen Beziehungen, ehrlichen Freundschaften und nach tiefer, echter innerer Gemeinschaft, ja, die taucht immer wieder auf. Beziehungen, in denen ich einfach da sein kann, in denen ich mich selbst nicht darstellen muss, ich denen ich mich auch zeigen kann und darf. Es geht dabei nicht nur um den Austausch von Informationen, sondern um die persönliche Begegnung, um Vertrauen; Beziehungen, in denen mein Gegenüber mich auch wahrnimmt, die feinen Nuancen und Resonanzen, die ich aussende – ohne große Worte und Erklärungen.

Damit das möglich ist, brauchen wir alle eine tiefe innere Sicherheit und die Gewissheit, angenommen zu sein. Denn in echten, ehrlichen Beziehungen bin ich verletzbar, verwundbar und ich benötige immer wieder den Raum, in mir ‚zurückzukehren‘. Ich glaube, wenn ich im Einklang mit mir bin, wenn ich in Berührung bin mit meinem wahren Selbst, dann kann ich mich auch auf Begegnungen einlassen, ohne andere imponieren zu müssen, zu wollen, ohne mich in einer bestimmten Weise darstellen zu müssen. Und dann ist es mir auch möglich, ohne große Erwartungen den anderen zu begegnen, ehrlich, echt und authentisch.

Die Sehnsucht nach Beziehung ist also in Wahrheit die Sehnsucht nach einer ausgeglichenen, glücklichen Beziehung mit sich selbst. Eine Beziehung, in der wir uns so annehmen, wie wir sind; in der es keine Abhängigkeit von Zuwendung, Anerkennung und Wertschätzung im Außen gibt. Eine Beziehung, die im eigenen Herzen, in der eigenen Mitte gelebt und von der Seele genährt wird und im Einklang mit sich selbst zu sein – letztlich mit dem Göttlichen in uns (diese Einsicht überrascht mich gerade) – ja, sich innerlich verbunden fühlen mit sich selbst, mit Menschen, mit der Schöpfung, mit Gott und die Weite des Lebens spüren! Das wünsche ich uns allen in dieser Sommer-, Ferien- und Urlaubszeit!

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